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Wer je in Sankt Altmann war oder für dieses Haus gearbeitet und Verantwortung getragen hat, dem muß wohl das Herz bluten angesichts der Schließung des Seminars. Was schon rein baulich in gut drei Jahrzehnten verändert und ergänzt, verbessert und verschönert worden ist, wird einem bewußt, wenn "Zeugen der ersten Stunde" ins Haus kommen und feststellen: "Hier war früher der Operationssaal ... da hinten lag ich bei meiner Blinddarmoperation ... an der Stelle war zu meiner Zeit... wir hatten damals noch große Schlafsäle mit Stockbetten ...!"

 

An- und Umbauten und Renovierungen unterschiedlichster Art gehörten zum "Geschäft" eines jeden Direktors von Sankt Altmann. Franz Lindemann kam gerade recht zum Speisesaalneubau (samt darüberliegenden Schwesternzimmern und der späteren Direktorwohnung). Alois Doppelberger hatte gleich bei seinem Einzug mit erheblichen Hochwasserschäden zu tun; in seine Ära fielen weiter die Errichtung des Festsaalgebäudes, der Ausbau des Dachgeschosses auf der Seite zur Mautnerstraße, der Einbau der Heizung im Trakt entlang der Spitalgasse und die Renovierung der Seminarkirche; dabei wurden die übertünchten Fresken freigelegt, Mittelaltar und Tabernakel, Reliquiar und Ambo errichtet und die Orgel eingebaut. Walter Wakenhut ist vor allem die Vollendung des Dachgeschoßausbaus und die Erstellung der nach wie vor von den Kollegiaten begehrten und geliebten Einzelzimmer zu verdanken, desgleichen erfolgte in "seinen" Jahren der Bau der neuen Balkone. Im letzten Jahrzehnt war u.a. die Renovierung der Fassade im Hof und zur Mautnerstraße fällig. 

 

Im Übrigen tat sich manch unvorhergesehene Baustelle auf, wie zum Beispiel im Februar 90, als sich herausstellte, daß die Abwasserleitung des Festsaals im Nichts (= Dreck) endet.

 

Es gab viel zu tun, und viel war geschaffen worden; wenn es die Seminaristen zu schätzen wußten (wie der Chronist Leonhard Bauer im Jahresbericht 1973/74), dann hat sich alle Mühe gelohnt.

 

"Im August 1973 begannen wir den dritten Stock weiter auszubauen. Wir planten aus dem großen  Dachboden   10 Einzelzimmer und einen geräumigen

Aufenthaltsraum ßr die Oberstufe zu schaffen. Es kostete viele Schweißtropfen, den Dachboden zu entrümpeln, ehe im Auftrag des Diözesanbauamtes der Statiker Bulicek und der Baumeister Stiglocher mit seinem Polier und "Obermanager" Stelzl unseren Bau in Angriff nehmen konnten. Freilich war unser Bau verschiedenster Unbill ausgesetzt: Aus statischen Gründen mußten in die tragenden Außenmauem über den Studiersaalfenstem Eisenschienen eingezogen werden, häufige Regenfälle und ein Heizungsrohrbruch zogen die Bauzeit in die Länge; sogar das ästhetische Gefühl mancher Leute war einige Tage lang der Hemmschuh ßr den Ausbau. Doch nach der Überwindung mancher unerwarteter Hindernisse ist der Ausbau soweit fortgeschritten, daß am Ende dieses Schuljahres mit den Schülern auch die Handwerker unser Haus verlassen können. In den Ferien müssen nur noch einige Auflagen der Brandversicherung erßllt werden. An dieser Stelle sei auch unseren Schwestern und dem Hauspersonal gedankt, daß sie während dieser Zeit täglich den anfallenden "Dreck" weggeputzt haben und das so gründlich taten, daß man kaum merkte, daß Handwerker im Haus waren."

 

(Josef Stemplinger, Baustelle Sankt Altmann, in: Bischöfliches Studienseminar St. Altmann Burghausen 1956-1990, 1990, 78-79)

 

Baustelle St. Altmann