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Ein Fußballer aus Leidenschaft und "Kenner der Szene" - Anton Gruber, alias Hippo, hat die fußballerischen Großtaten der Altmänner seit dem Gründungsjahr des Seminars mit solch statistischer Akribie "aufgearbeitet", daß davor selbst die Profis beim Kicker-Sportmagazin vor Neid erblassen würden. Er selbst schreibt in seinen einleitenden Worten:

 

Meine lieben Fußballfreunde!

Der Anlaß ein solches Werk zusammenzustellen, lag nicht in meiner "Schwäche" zum Fußball oder in meinen "Statistikfummel" ... Was mich auf diesen Gedanken brachte, waren vielmehr die großartigen Spiele selbst, ja vor allem der mit Worten nicht auszudrückende, alle Berge versetzende Geist der Freundschaft, der hinter jedem Spiel stand und bisher immer in der Mannschaft unter den jeweiligen Spielern herrschte, und für den ich mich bei meinen Mannschaftskameraden herzlichst bedanken möchte. Diese Freundschaft, diese Spieler, diese Spiele, diese Siege - das alles darf einfach nicht der Vergangenheit und Vergessenheit angehören!... Den Trägem des Seminartrikots aber möchte ich .. einen zu beherzigenden Leitsatz mit auf das Spielfeld geben: "Elf Freunde müßt Ihr sein, wenn Ihr Siege wollt erringen". Euer Hippo alias Anton Gruber

 

Im folgenden bringt Hippo detaillierte Berichte zu den Spielen in den Jahren 1956 bis 68; als Beispiel sei gleich das erste angeführt:

 

Erstes Freundschaftsspiel der Fußballmannschaft des Seminars Sankt Altmann, Burghausen, am

 

17.11.1956 15.00 Uhr

auf dem Sportplatz des Turnvereins 1868 Burghausen, an der Tittmoninger Straße

 

FC SANKT ALTMANN - SALESIANER 5:0 (3:0)

 

Aufstellung: Mühlbauer Mückstein Langer Springer Boldinger Westenthanner Richter Langenfeld Loibl Turtschan Bott

 

Torfolge: 1:0 Loibl, 2:0 Loibl, 3:0 Turtschan, 4:0 Turtschan, 5:0 Bott

Wetter: bedeckt, leichter Nieselregen

Dieses Spiel wurde noch ohne einheitlichen Dreß ausgetragen.

Schließlich kann der Fußballchronist bilanzieren: Die Mannschaft des Seminars Sankt Altmann trug in den lahren 1956 - 68 im Ganzen 37 Freundschaftsspiele aus, wozu alles in allem 66 Spieler eingesetzt wurden. Davon waren 46 aus Oberbayern, 20 aus Niederbayem, 4 NichtSeminaristen und 1 Exseminarist. Von den 37 Freundschaftsspielen wurden 17 in Burghausen und 20 außerhalb Burghausens ( 9 in Österreich, 9 auf anderen oberbayerischen Plätzen und 2 in Niederbayem) ausgetragen. Die Seminarmannschaft schaffte die bravouröse Bilanz von 28 Siegen, 2 Unentschieden und 7 Niederlagen, was in Punktspielen gewertet 58:16 Punkte und 138:76 Tore eingebracht hätte.

 

Einige Ranglisten durften auch nicht fehlen, so die der "von 1956 bis 1968 eingesetzten Spieler". Gruber Anton selbst war einsamer Rekordhalter mit 28 Einsätzen; es folgten Werkstetter Josef (21), Janouschek Heinrich (19), Hauser Franz (17), Rottenaicher Georg, Heiml Herbert, Buchner Peter (je 14) ... Die Torjägerliste führten Janouschek Heinrich mit 18, Krumbachner Georg mit 15, Hahn Konrad mit 12 und Gruber Anton mit 10 Treffern an. Als Tormann brachte es Hölzlwimmer Peter auf die meisten Spiele (13), Muhlbauer Günther kassierte hingegen im Schnitt die wenigsten Tore (1,1 je Spiel); Oestreich Adolf vom SV Unterneukirchen (6x) und Aicher Franz von Sankt Altmann (5x) waren als Schiedsrichter gefragt; am häufigsten setzte man sich mit den Mannschaften des Salesianer- und Kapuzinerseminars sowie Unterneukirchens (je 7x) auseinander.

Anton Gruber "vermachte" sein Werk Peter Schleindlsperger, alias Pigi, Abiturient 1973, der in seinem Vorwort von bisher nicht gekannten Problemen zu berichten weiß:

 

Nachdem mich der Vater des Seminarfußballs, unser fast schon legendärer "Hippo" damit beauftragt hat, dieses Präzisionswerk weiterzuführen, wird mir wohl nichts anderes übrigbleiben, als es zu tun. Getan hat sich allerdings einiges. Aus der Seminarmannschaft ist eine Seminar-Jugendmannschaft geworden, denn die älteren Jahrgänge haben sich der ach so süßen Muße verschrieben, und es unserer Initiative überlassen, die Spiele der Seminarmannschaft weiterzuführen (unter "wir" meine ich die damalige 9. und 10. Klasse). Mit einem mitleidigen Lächeln über soviel Bequemlichkeit haben wir das auch getan. Allerdings sind die Spiele recht dünn gesät. Kein Wunder, es spielten inzwischen fast alle Seminarkicker in einer Vereinsmannschaft (die Gründe für diese Flucht... wer weiß, am Fußball lag es nicht!), und nur selten waren alle "Legionäre" zusammenzukriegen. Auf alle Fälle waren es schöne und erfolgreiche Spiele. Schön war's, wer weiß, wie's weitergeht? Pigi (Schleindlsperger Peter)

 

Ab 1973 schweigt zwar der Fußballchronist; dafür aber läßt sich an Hand ansehnlicher Pokale, Wimpel und Urkunden eine meist rege und erfolgreiche fußballerische Aktivität der Seminaristen von Sankt Altmann nachweisen. Andere Erinnerungsgaben zeugen von diversen sportlichen Vergleichen etwa mit dem Antoniushaus in Marktl, mit den Seminarien in Passau, Schweiklberg, Traunstein und Eichstätt. Beim Hallenfußballturnier des KJR Altötting sprangen u. a. ein 5. (1983) und 2. Platz (1984) heraus. Nach einem 4. Platz (1976) konnten sich Sankt Altmanns Fußballer 1980 mit dem Stadtjugendmeistertitel schmücken. Die jeweils 2. Siegerpokale holten sich die Altmänner 1979 in Traunstein, 1981 anläßlich des 25jährigen Seminarbestehens, 1989 beim Volleyballvergleich mit Sankt Valentin und beim Ministrantentag und 1990 im letzten Fußballturnier. Den höchsten Stellenwert haben natürlich die großen Siege beim Jugendpokalturnier des 1860 Fanclubs Burghausen 1983, beim Turnier zur 1250-Jahrfeier der Diözesen Freising-München, Passau, Regensburg und Salzburg in Traunstein und   die   Titelgewinne   bei   den   Burghauser Seminarmeisterschaften (Salesianer, Kapuziner, Altmann) in den Jahren 1975, 78, 79, 81 - 83 und 1986.

Sport ist nicht alles im Leben; bei vielen Ehemaligen werden aber nicht zuletzt die sportlichen Erlebnisse die Erinnerung an die Seminarzeit wachhalten.

 

(Josef Stemplinger,Sankt Altmann - eine Fußballära, in: Bischöfliches Studienseminar St. Altmann Burghausen 1956-1990, 1990, 74-77)

 

 

Sankt Altmann - eine Fußballära